Die Vorgeschichte der Stämme
Damals war noch alles anders ...
Alles begann mit dem längsten und härtesten Winter den die Kätzinnen und Kater je gesehen haben. Es war extrem kalt und keine Beute war mehr aufzuspüren. Viele arme Seelen wanderten hoch zum Stamm der wandelnden Sterne. Die Streuner waren so gut wie ausgerottet, denn nur die wenigsten hatten es geschafft alleine zu überleben.
Doch einer hatte überlebt: Flamme! Und er war es, der sich auf die lange Reise begeben hat um andere Überlebende zu finden. Nicht etwa die Hauskätzchen, die den ganzen Winter in den warmen Zweibeinernestern verbracht hatten und sich von ihren Zweibeinern durchfüttern ließen. Nein, sondern nach denen die die Kraft und die Stärke besessen haben mit der Natur um ihr Leben zu kämpfen und die diesen Kampf gewonnen haben. Und tatsächlich ist er so manchen begegnet, die sich ihm anschlossen, denn zusammen hatten sie alle eine größere Chance zu überleben.
Sie gründeten also einen Stamm, den Stamm der ewigen Flamme, stehend dafür dass in ihren Herzen ein Feuer brennt welches, solange sie zusammen hielten, niemals erlischen würde.
Und sie hatten Erfolg! Sie stellten ihre eigenen Regeln und Gesetze auf und Flamme, welcher sich von nun an ''Flamme die im Schatten tanzt'' nannte, wurde zum Seher ernannt. Und er machte seinem Amt alle Ehre.
Der Stamm der ewigen Flamme war lange Zeit der einzige Stamm in dieser Gegend. Außer ihnen gab es nur noch die Hauskätzchen, welche sie, bis auf den Tod, verachteten, und vereinzelte Streuner, welche sich zu fein waren um sich ihnen anzuschließen, wie die Höhlenwächter es zu sagen pflegten...
Doch so wie die Zeit vergeht und die Welt sich weiter dreht, haben sich auch dort die Dinge geändert...
Und das begann mit einem kleinen Hauskätzchen mit dem Namen ''Feather''.
Feather ist in diesem Winter geboren und hat die kalte Zeit bei ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern Luci, Kessy und Alex im Zweibeinernest verbracht. Sie bekam wenig mit von den Nöten der Streuner und war einzig angetan vom kalten weichen Schnee und den zugefrorenen Seen. Jedoch durfte sie nur selten raus und selbst dann nur unter Aufsicht. So sehr sie ihre Familie auch liebte, fühlte sie sich eingeängt und unterdrückt.
Und deshalb entschied sie sich, eines Tages, zu gehen. Sie wollte ihren eigenen Weg gehen, wohin auch immer dieser sie führen würde. Und so machte Feather sich auf den Weg und nach und nach traf sie tatsächlich auf vereinzelte Wildläufer.
Sie war sehr neugierig und erfuhr so aller Hand über das Leben dort draußen. Und eines Tages drangen die ersten Informationen über den Stamm durch. Sie war sofort Feuer und Flamme und wollte so viel wie möglich darüber erfahren. Auch konnte sie kaum nachvollziehen warum die anderen Streuner sich diesem nicht anschließen wollten. Was konnte so schön daran sein allein und vereinsamt im Wald zu leben, wenn sich einem die Möglichkeit bot mit anderen Katzen gemeinsam ein freies Leben zu führen?
Als sie, knapp einen Blattwechsel später, meinte alles über dessen Gesetze, Verhalten und Leben zu wissen, begab sie sich schließlich auf die Suche nach dem Stamm der ewigen Flamme...
Und schnell merkte sie, dass sie von dessen Territorium gar nicht mehr so weit entfernt war. Sie setzte alle Informationen, die sie über dessen Aufenthalt wusste zusammen und machte sich schließlich auf den Weg.
Kurze neun Leben später, stand Feather an der Grenze und verlangte den Seher zu sprechen. Und theoretisch hätte sie wohl auch gute Chancen gehabt aufgenommen zu werden, hätte sie nicht erwähnt, ehemalig mal Hauskätzchen gewesen zu sein. Das zu erwähnen war nicht gerade vorteilhaft und löste nur Gelächter aus. ,,Lieber würde ich Bäume fressen, als ein Hauskätzchen bei mir aufzunehmen' '- so Flamme.
Mit allem hätte Feather wohl gerechnet, doch damit nicht. Trotz allem was sie über den Stamm der ewigen Flamme gehört hatte, hatte sie immer versucht, andere zu überzeugen sich ihr anzuschließen alias dem Stamm der ewigen Flamme. Doch dass sie schließlich nicht aufgenommen wurde, damit hätte sie wohl nicht gerechnet.
Sie kam sich nur noch lächerlich vor. Hätte sie doch nur auf die anderen Streuner gehört! Sie wurde weggeschickt, ,,dahin, wo sie herkommt''. Doch wo kommt sie eigentlich her? Wo ist sie eigentlich Zuhause? Das wusste sie selbst nicht mehr. Hätte man sie vor ein paar Tagen gefragt, dann hätte sie wohl stolz geantwortet: ,,Beim Stamm der ewigen Flamme natürlich''. Aber nun? Sollte sie etwa wieder nach Hause gehen? Natürlich vermisste sie ihr Mutter, Luci, Kessy, Alex, die Ruhe und Geborgenheit, die ihr dort immer entgegengebracht wurde. Trotzdem war dieses keine Option für sie. Jetzt erst recht nicht mehr, wo ihre Vergangenheit doch der einzige Grund gewesen ist, weshalb sie nicht in den Stamm aufgenommen wurde....
Viele Blattwechsel irrte Feather allein im Wald herum und suchte nach einem Zuhause. Suchte nach sich selbst. Sie begegnete auch nicht mehr so vielen Wildläufern und irgendwann kam sie sich vor wie die letzte und einzige Katze auf Erden.
Doch irgendwann traf sie dann doch wieder auf Katze, jeddoch keine Wildkatzen...
...es waren Hauskätzchen, genau wie sie selbst. Vereinzelt, hier und da. Aber es waren Hauskätzchen, geflüchtet, die nun wie sie allein im Wald lebten. Und da kam Feather auf eine Idee. Wenn sie nicht zum Stamm der ewigen Flamme gehören durfte, warum sollte sie sich dann nicht einen eigenen Stamm gründen? Alles was sie wollte war ein Zuhause. Sie redete also mit den anderen Hauskätzchen, die ebenfalls schon etwas vom Stamm der ewigen Flamme gehört haben, und erzählt ihnen ihre Geschichte. Wie zu erwarten, schlossen sich viele ihr an. Bald waren es mehr als Feather sich je erträumt hätte.
Um dem ganzen einen Namen zu geben, nannten sie sich den Stamm der fallenden Feder, und Feather, welche sich von nun an Feder, die mit dem Wind fliegt, nannte, wurde zur Anführerin ernannt. Sie stellten zwar ein paar eigene Regeln auf, versuchten aber trotzdem so gut wie möglich nach dem Prinzip eines Stammes zu leben.
Und von da an gab es zwei Stämme, zwei Territorien, einen Krieg...
